Gamification: Nur eine Spielerei oder ein mächtiges Werkzeug?

Gamification ist für einige noch immer eine Spielerei – alleine schon wegen des Namens. Doch immer mehr Unternehmen erkennen den Wert motivierter Mitarbeiter und Kunden. Und um dieses Ziel zu erreichen, versuchen einige Gamification einzusetzen. Doch was genau ist Gamification?

Definition

Gamification klingt nach einem sehr neuen und unglaublich hippen Konzept. Wenn man sich aber den Ursprung der Gamification, wie wir sie heute kennen ansieht, fällt auf, dass es gar nicht so neu ist – die Anwendungsbereiche haben sich gewandelt und man geht professioneller damit um. Es existieren verschiedenste Definitionen des Begriffs, je nachdem aus welchem Blickwinkel man es betrachtet. Deswegen habe ich mir über die Jahre angewöhnt folgende Definition zu nutzen:

“Gamification ist die Anwendung oder Integrierung spiel-ähnlicher Mechaniken, Methoden und Strategien in verschiedene Geschäftsprozesse um die jeweilige Zielgruppe oder individuelle Personen dazu zu bewegen Feedback zu geben, bestimmten Content zu generieren oder anderweitig ökonomisch wertvolle Ziele zu erreichen. Außerdem ermöglicht Gamification dem jeweiligen Anwender die Einflussnahme auf das Verhalten, Wissen, Loyalität oder Meinung der jeweiligen Zielgruppe.”

Was bedeutet das im Klartext?

Die Definition klingt sehr abstrakt und verwirrend. Im Kern schafft man mit Gamificationsystemen bzw. einem Gamification Design Möglichkeiten die Menschen je nach Zielvorgabe durch Motivationsansätze zu bestimmten Dingen zu bewegen.

Ein firmeninternes Beispiel

Ein Unternehmen bekommt zu wenig Feedback von seinen Mitarbeitern zu Arbeitsabläufen, allgemeiner Stimmung im Team etc. Hier kann man mit entsprechenden Mechaniken und Methoden ein Gamificationsystem erarbeiten, welches “spielerisch” die Motivation der Mitarbeiter anregt um ihr Verhalten ein wenig zu ändern – und letztendlich mehr und/oder wertvolleres Feedback zu geben.

Ein externes Beispiel

Ein Unternehmen stellt fest, dass die Kundenloyalität – sprich die Treue und damit die wiederholten Einkäufe beim Unternehmen – sehr gering ist. Das Unternehmen weiß, dass es kostengünstiger und nachhaltiger ist bestehende Kunden zu halten, als ständig neue Kunden zu akquirieren. Hier kann man durch Gamification die bestehenden Kunden motivieren durch entsprechende Strategien, Methoden und Mechaniken ihren nächsten Einkauf bei demselben Unternehmen zu tätigen. Gleichzeitig kann man auch hier natürlich entsprechende Feedbackprozesse einbauen um die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens besser an die Zielgruppe(n) anzupassen. Dadurch erhöht sich die Kundenloyalität, die Zufriedenheit und auch die Identifikation mit dem Unternehmen.

Gamification ist kein Spiel

Nun könnte man meinen Gamification sei einfach ein nettes Add-on zu bestehenden Prozessen. Allerdings zeigen die bisherigen Erfahrungen genau das Gegenteil. Gamification kann ein zentrales Werkzeug sein um verschiedenste Effekte zu erzeugen. Deswegen empfiehlt es sich auch einen erfahrenen Gamification Designer zu kontaktieren, um ein nachhaltiges System zu erarbeiten.
Eine der vermutlich bekanntesten Gamification Designerinnen ist Jane McGonnigal. Sie hat auch bereits diverse Bücher rund um das Thema geschrieben. Das bekannteste ist “Reality is Broken: Why Games Make Us Better and How They Can Change the World“. In dem Buch erklärt Sie die wichtigsten Grundlagen. Außerdem erklärt sie u.a. auch warum der Mensch bei einem Spiel so motiviert ist, dass er teilweise nächtelang “zockt”. Ich kann es jedem nur empfehlen sich das Buch zu kaufen – allein schon um sich selbst in Sachen Motivation ein bisschen besser zu verstehen.

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